Sprengstoffe – Verpackungslösungen – Poly-clip System

Sprengstoffe

Beim Verpacken von zivilen Sprengstoffen kann die Viskosität beim Abfüllen zwischen flüssig und pastös liegen. Dabei schwanken die Fülltemperaturen zwischen 40 und 90°C. Typischerweise liegen die Durchmesser zwischen 25 und 120 mm, bei Portionsgewichten von 200 bis 1500 g. Zivile Sprengstoffe werden hauptsächlich im Untertagebau und in Steinbrüchen zur Gewinnung von Basalt, Granit und Kalk eingesetzt. Zusätzlich finden sie Verwendung bei Abbruchsprengungen sowie dem Tunnel- und Verkehrswegebau. clip-pak® Produkte (Wurstform) werden hauptsächlich bei der Verpackung von gelatinösen und Emulsionssprengstoffen eingesetzt. Bei den gelatinösen Sprengstoffen handelt es sich meistens um Produkte, die mit Nitroglyzerin angereichert sind. Diese werden vorwiegend wegen der Gasentwicklung bei der Sprengung von Bauwerken und Gestein im Tagebau eingesetzt. Im Untertagebau (Tunnel und Straßen) benutzt man heute die weniger gefährlichen und kostengünstiger herzustellenden Emulsionssprengstoffe.

Seit vielen Jahren werden Maschinen von Poly-clip System für das Verpacken von Sprengstoffen bei großen, mittleren und kleinen Kalibern eingesetzt. Da es sich bei der Herstellung von Sprengstoff um einen kontinuierlichen Prozess handelt, sollte mit möglichst wenigen Unterbrechungen verpackt werden. Bei längeren Unterbrechungen kann sich die Zusammensetzung bzw. die Dichte des Sprengstoffes ändern, was zu unterschiedlichen Sprengergebnissen führen würde. Im Transfer-Siegel/Clip-Automaten TSCA 120/160 werden Folien von der Rolle zum Schlauch gesiegelt. Dadurch ergeben sich lange Produktionszeiten ohne ständige Unterbrechungen. Hinzu kommt die außerordentlich zuverlässige Arbeitsweise des TSCA. Es werden üblicherweise formstabile und weiterreißfeste Folien für die Verpackungen der Sprengstoffe eingesetzt, da die mit Sprengstoff gefüllten clip-pak® beim Einschieben bzw. Fallen in die Bohrlöcher nicht einreißen und nicht platzen dürfen. Früher wurden die Sprengstoff-„Würste“ von Hand in Papier oder Pappe gewickelt. Sie waren dadurch sehr feuchtigkeitsempfindlich und somit in ihrer Haltbarkeit stark eingeschränkt. Denn feuchter Sprengstoff verliert an Sprengkraft.

Die am häufigsten im Sprengstoffbereich eingesetzte TSCA-Variante ist mit einer Überspreizung ausgerüstet, da insbesondere die mit Gasblasen angereicherten Produkte nach dem Abfüllen und Verpacken noch bis zu 10 Prozent expandieren. Durch das kompakte Design der Maschine, in dem Siegeln und Clippen auf engstem Raum untergebracht sind, passt sie auch in die aus Sicherheitsgründen kleineren Produktionsräume, wie sie in der Sprengstoffindustrie üblich sind. Das Produkt wird normalerweise von einer Wurstfüllmaschine, durch ein im Siegelbereich des TSCA geschlossenes Füllrohr, in den Clipbereich gepumpt. Der Sprengstoff kann daher nicht in den vollständig getrennten Siegelbereich gelangen. Durch die Trennung von Siegel- und Füllrohr kann die durch die Siegelung hervorgerufene Wärme nicht auf das Füllrohr und somit nicht auf das Produkt übergehen. Die Heizelemente der Siegelung werden mit Temperatursensoren kontrolliert und schalten die Energiezufuhr bei Überhitzung sofort ab. Die gesamte Maschine ist mit Bauteilen der Schutzklasse IP67 ausgerüstet. Diese verhindern den Kontakt von Sprengstoffstaub und Feuchtigkeit mit den elektrischen Bauteilen und somit eine Explosionsgefahr. Gase und Lösungsmitteldämpfe werden beim Abfüllen von Sprengstoffen nicht freigesetzt, so dass eine höhere Schutzart nicht erforderlich ist.